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Beim Camping Fernsehen (c) Medion

Beim Camping fernsehen: Was du darüber wissen solltest!

Heutzutage gibt es vielfältige Möglichkeiten, Filme und Serien, Nachrichten & Co. auf den Bildschirm zu holen – die reichen vom klassischen Satellitenempfang über Live-TV bis zu Video-on-Demand in Mediatheken oder bei Streaming-Diensten. Das gilt nicht nur für zu Hause, sondern auch für das Fernsehen im Van, Wohnmobil und Wohnwagen – es braucht nur an der ein oder anderen Stelle einen technischen Extrakniff, um das Fernsehen in den Camper zu bekommen.

Der Klassiker: Empfang via Satellitenschüssel (DVB-S/S2)

Die Satellitenschüssel ist zusammen mit dem Kabelanschluss die meistgenutzte Alternative für klassisches Fernsehen im eigenen Zuhause. Beim Campen ist der Satellitenempfang – auch DVB-S/S2 für Digital Video Broadcasting Satellite – ebenfalls eine komfortable Möglichkeit. Zugleich ist es auch eine kostenintensive Variante – zumindest, was die Anschaffung betrifft.

Die Satellitenschüssel bietet eine Menge Vorteile: Damit kannst du heimisches Fernsehen in (nahezu) ganz Europa problemlos empfangen, ebenso zahlreiche Sender aus entfernten Ländern. Seit der Satellitenbetrieb vollständig durch digitale Signale erfolgt, ist auch die Qualität erheblich gestiegen, da weniger Datenmengen für ein gutes Bild übertragen werden müssen.

Hauptsächlich unterscheiden sich die Anlagen in manuelle und vollautomatische. Wie der Name bereits verrät, steckt hinter der ersten Variante mehr Arbeit, um ein vernünftiges Bild in den Fernseher zu bekommen, denn die Antenne musst du bei jedem Standortwechsel neu von Hand einstellen, um ein einwandfreies Signal zu empfangen. Die automatische Anlage dagegen richtig sich selbst aus und stellt dabei auch den sogenannten SKEW-Winkel korrekt ein. Durch die Erdkrümmung entsteht ein Polarisationsfehlwinkel, auch SKEW-Winkel genannt (von englisch skew: schief, windschief). Um diesen auszugleichen, muss der Empfangskopf (Low Noise Block = LNB) so ausgerichtet sein, dass die Signale vom Satelliten genau im richtigen Winkel auf die eingebauten Antennen treffen – und so für eine komfortable Reichweite sorgen. Ein dritter – nicht sehr verbreiteter – Typ sind Satellitenanlagen mit Internetempfang.

Weitere Informationen zu Antennentypen, Vor- und Nachteilen und mehr findest du in folgendem Artikel.

Empfang via terrestrischer Übertragung (DVB-T2)

Das Prinzip ähnelt dem früheren Antennenfernsehen – nur, dass die Signale digital in Full-HD-Qualität übertragen werden, die Empfangsantenne kleiner und in ihrer Auswahl mit Dach-, Zimmer- und Außen- oder Folienantennen vielfältiger ist. Etwa 40 Fernsehprogramme kannst du mittels DVB-T2 empfangen – die Hälfte davon öffentlich-rechtliche, die frei empfangbar sind, die andere Hälfte sind private, kostenpflichtige Programme. Die Bezahlvariante wird aktuell über Freenet TV abgewickelt, wo du zwischen einem monatlichen (interessant für die Zeit während des Camping-Urlaubs) und einem jährlichen Bezahlmodell wählen kannst.

DVB-T steht für Digital Video Broadcasting Terrestrial der 2. Generation. Mit der terrestrischen Übertragung kannst du im Ausland zwar lokale Sender empfangen, deutsche Sender dagegen nur im Inland. Verglichen mit dem Satellitenfernsehen liegt die Netzabdeckung etwas geringer bei 90 bis 95 Prozent.

Weitere Informationen zum DVB-T2-Fernsehen mit Antennentypen, Kosten und mehr findest du in folgendem Artikel.

Eher die Ausnahme: Kabelfernsehen (DVB-C)

Der Vollständigkeit halber weisen wir auf diese Empfangsmöglichkeit hin, jedoch hat diese beim Fernsehen im Campingbereich keinen großen Anteil: das Kabelfernsehen. Das Prinzip funktioniert wie zu Hause: Kabel in den Fernseher stecken und fertig. Beim Campen musst du dafür dein eigenes Koaxialkabel dabeihaben, das in den TV-Anschluss auf dem Campingplatz gesteckt wird. Über Kabelfernsehen (Digital Video Broadcasting Cable) erhältst du die Senderauswahl, die der Campingplatz getroffen hast und – ähnlich wie beim DVB-T – im Ausland selten deutsche Kanäle.

▶▶ Tipp: Lieber ein etwas längeres Kabel dabeihaben, da du nie weißt, wie weit der Anschluss von deinem Platz entfernt ist.

Du überlegst, dir einen Camping-Fernseher anzuschaffen? Ausführliche Informationen dazu findest du im Artikel: „Camping Fernseher„.

Fernsehen via Internet

Ob in Mediatheken, per Live-TV oder über Streaming-Dienste wie Netflix oder Amazon Prime Video – Fernsehen über das Internet bietet vielfältige Möglichkeiten und vor allem ein zeitunabhängiges TV-Erlebnis.

Der Pluspunkt für den Geldbeutel: Du brauchst nicht zwingend ein Fernsehgerät (möglich ist aber ein Smart-TV). Ein bereits vorhandenes Tablet, Handy oder Laptop reicht aus. Lediglich eine stabile Internetverbindung ist notwendig für den Internet-TV-Genuss – und die erhältst du auf folgenden Wegen:

WLAN

Die einfachste und kostengünstigste Internetverbindung erhältst du über das vorhandene Netzwerk des Campingplatzes, Stellplatzes oder wo auch immer du dich aufhältst – doch die ist leider nicht immer und flächendeckend stabil, da häufig der Empfang schlecht oder die Verbindung zu langsam ist, da sich oft zahlreiche Camper gleichzeitig einwählen.

Mobiles Internet über Datenvolumen (Mobilfunknetz)

Die flexibelste und stabilste Lösung, über das Internet fernzusehen: Mobiles Internet ist dank EU-Datenroaming heutzutage meist eine günstige Möglichkeit, beim Campen fernzusehen. Allerdings solltest du außerhalb Deutschlands hierbei ein Auge auf mögliche Datenlimits und die Fair-Use-Klausel haben – mit der verhindern einige Netzbetreiber, dass du im Ausland ebenso komfortabel surfst wie zu Hause. Details zu den Konditionen findest du in deinem Mobilfunkvertrag. Alternativ empfiehlt sich deshalb der Kauf von lokalen SIM-Karten – das ist meist die günstigste Lösung. Bei dieser Variante brauchst du aber ein Endgerät, das den eigenen WLAN-Hotspot im Camper aufbaut.

Auch dafür hast du zahlreiche Optionen. Die kostengünstigste ist sicherlich, ein bereits vorhandenes Endgerät als Basis zu aktivieren und weitere Geräte damit zu verbinden. Das kann ein Handy oder auch ein Tablet sein. Vom Handling ist es allerdings nicht die schickste Lösung, da zum einen der Akku schnell entlädt und der Hotspot weg ist, wenn du mit deinem Handy eine Runde um den Campingplatz gehst. LTE-Router – als mobile oder fest installierte Variante – sind hierfür die weitaus praktikablere Lösung. Wenn du damit ein eigenes WLAN aufbauen möchtest, kannst du zum Beispiel einen kompakten, mobilen Router nutzen. In diesen steckst du die entsprechende SIM-Karte ein. Die mobilen Router lassen sich ebenso problemlos konfigurieren wie ein Handy oder Tablet, haben einen integrierten Akku und können – mobil – mit auf die Wandertour oder den Städtetrip genommen werden. Wenn du die Mobilität nicht brauchst oder möchtest, kannst du dir auch einen speziellen LTE-Router für den Camper zulegen. Diese sind ebenso kompakt und funktionieren über das 12 Volt-Bordnetz.

▶▶ Tipp: Mit einem WLAN/LTE-Router bist du in Sachen Internet effektiv unterwegs: Die Router nutzen bevorzugt das (kostenfreie) WLAN. Ist dieses jedoch nicht verfügbar, schalten sie auf Mobilfunk um – das manuelle Umstellen oder Suchen entfällt. Vorsicht: Nicht vergessen, eine geeignete SIM-Karte einzulegen, nicht dass beim automatischen (und damit oft unbemerkten) Umstellen auf Mobilfunk hohe Kosten entstehen.

Weitere Informationen zum Internet im Van, Wohnmobil oder Wohnwagen findest du in der Podcast-Folge „Internet auf Reisen„.

Der Receiver

Damit der Camping-Fernseher die Signale – DVB-S/S2 per Satellit oder DVB-T2 per terrestrischer Übertragung – wiedergeben kann, brauchst du einen Receiver. Dieser empfängt das Signal und wandelt es entsprechend um (= dekodieren), so dass der Fernseher es auf dem Bildschirm ausgeben kann.

Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Der Receiver ist im Camping TV integriert – das ist die platzsparende und komfortable Variante. Denn so kannst du die Antenne deiner Wahl direkt an den TV anschließen und dem Fernsehgenuss steht nichts mehr im Weg. Möglich ist es aber auch, einen externen Receiver (für 12 Volt-Betrieb!) als zusätzliches Gerät anzuschließen. Bei beiden Varianten ist es wichtig, darauf zu achten, dass der (integrierte) Receiver zu deinem gewählten Empfangssystem – Satellit oder terrestrisch – passt.

Zahlreiche integrierte Receiver sind bereits so konzipiert, dass sie sowohl für DVB-S/S2 als auch DVB-T2 ausgelegt sind. Aber Achtung: Es gibt aber auch Modelle, die nur eine Empfangsmöglichkeit zulassen – ebenso ältere Camping-Fernseher, die ausschließlich den Vorgänger-Standard des terrestrischen Empfangs (DVB-T) dekodieren können.

Was ist noch wichtig?

Top 3 Fragen rund ums Fernsehen beim Campen

Welches Datenvolumen wird beim Fernsehen über Internet benötigt?

Das hängt in erster Linie von der Qualität der Übertragung ab. Als Anhaltspunkt kannst du folgende Datenverbräuche für Streaming-Dienste ansetzen:

  • Netflix ca. 0,25 GB / Stunde (niedrige Videoqualität)

ca. 1 GB / Stunde (hohe Videoqualität)
ca. 2 GB / Stunde (HD-Qualität)

  • Amazon Prime Video ca. 0,5 GB / Stunde
  • Sky ca. 1,7 GB / Stunde
  • Internetradio ca. 1,2 GB / Tag

Gibt es eine Möglichkeit, das WLAN des Campingplatzes oder das Mobilfunksignal bei schlechtem Empfang zu verstärken?

Ja. Mittels einer sogenannten WLAN-Verstärkerantenne, die auch für den 12 Volt-Betrieb erhältlich ist. Für das Internet über Mobilfunk gibt es auch eine Lösung: LTE-Antennen steigern ebenfalls den Empfang.

Sind Access Points eine gute Alternative?

Nutzt du ein öffentliches WLAN, wählst du dich mit den Zugangscodes ein – bist dabei aber nicht der Einzige. In der Regel teilen sich zahlreiche Camper ein WLAN auf dem Campingplatz. Eine mögliche Alternative sind WLAN Access Points, die zwar das öffentliche WLAN empfangen, für dich aber ein eigenes WLAN im Camper öffnen. In das können sich andere Personen nur mit deiner Zustimmung einwählen.

Fazit

Das Fernseherlebnis in den Camper zu holen, ist mittlerweile fast so komfortabel wie zu Hause. Es braucht nur das richtige Equipment – und hierfür gibt es für nahezu jeden Geldbeutel eine passende Lösung.

Titelfoto © MEDION

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