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Gasfilter für Wohnmobil und Wohnwagen – hier ein Modell von Truma

Gasfilter für Wohnmobil und Wohnwagen: Verunreinigungen den Kampf ansagen

Flüssiggas ist beim Camping unerlässlich. Es versorgt uns mit Energie zum Kochen und Heizen. Im Reisemobil und Wohnwagen ist es zudem für die Warmwasseraufbereitung und die autarke Nutzung des Kühlschranks zuständig. Gas macht die Welt für uns Camper ziemlich komfortabel und über 80 Prozent verwenden Flaschengas, so der Fachverband Deutscher Verband Flüssiggas e.V. (DVFG).

Propangas in Flaschen liefert mobile Energie und Wärme genau wann und wo sie benötigt wird. Und schließlich ist Gas ein relativ sauberer Brennstoff, der einfach zu beschaffen ist. Fast flächendeckend finden sich Verkaufsstellen, in denen man die leeren Tauschflaschen gegen neu befüllte eintauschen kann.

Doch das Flüssiggas, das wir benutzen, ist ein Gas, das einerseits bei der Erdöl- und Erdgasförderung mitgefördert wird, und andererseits als natürliches Nebenprodukt bei der Erdölraffination entsteht. Auch wenn die Hersteller der Gase ihre Produkte bei der Abfüllung einer Reihe von Qualitätskontrollen unterziehen, offenbart sich die Qualität der Flaschenfüllung erst im Einsatz. Laut Aussagen von Experten finden sich vor allem bei längerer Nutzung der Flaschen immer häufiger Verschmutzungen, die sich in der Gasanlage ablagern können.

Was du dagegen tun kannst, erfährst du in diesem Artikel.

Was verursacht Verunreinigungen im Gas?

Wie bereits erwähnt, fällt Flüssiggas bei der Erdölverarbeitung und der Förderung von Erdöl und -gas an. Propan-Gasflaschen enthalten innerhalb Deutschlands meist ein Gemisch aus dem größten Anteil Propan und geringeren Anteilen Butan, Ethan, Ethen oder Butan-Isomeren. Im Ausland, z.B. in Spanien oder Portugal kann dieses Mischverhältnis anders sein – hier wird häufig mehr Butan genutzt. Diese anderen Mischungen können ebenso verwendet werden und haben einen ähnlichen Brennwert wie Propan. Wenn du nähere Informationen zum Thema Gas erfahren möchtest, empfehle ich dir unseren Beitrag „Propan oder Butan?“.

Bei dem Produktionsverfahren zum Flaschengas verteilen sich feinste Öltröpfchen wie Olefine, Phthalate (Weichmacher), Paraffine (Wachs) und andere Kohlenwasserstoffverbindungen in Form von Aerosolen, also festen oder flüssigen Stoffen, schwebend im Gas.

Wenn diese winzig kleinen Partikel nun im Gasstrom zum Verbraucher mitgerissen werden, können sich feinste Ablagerungen in den Systemen bilden. Druckminderer, Rohrleitungen, Schläuche und Ventile sind die Ziele dieser öligen Aerosole. Verunreinigtes Gas kann die feinen Düsen im Lauf der Zeit verstopfen, und die Brenner der Geräte streiken lassen.

Wenn es so weit ist, dass die Heizung nicht anspringen möchte, der Kühlschrank ständig ausgeht und die Gasflammen am Kocher immer kleiner werden und die Farbe wechseln – also statt mit der blauen Flamme gelbstichig erscheinen –, ist es wohl passiert: Ein Gasproblem bahnt sich an. Um das zu verhindern und die wertvolle Urlaubszeit nicht mit Reparaturarbeiten zu verbringen, solltest du den Erwerb eines Gasfilters in Erwägung ziehen.

Was ist ein Gasfilter?

Die Gasanlagen in den heutigen Freizeitfahrzeugen gelten als sehr funktionssicher. Ein potenzielles Problem stellen aber die eventuellen Verunreinigungen im Gas dar. Um den Gasdruckregler und die Ventile vor Verschmutzung und Verölung zu schützen, kannst du einen Gasfilter vor den Druckregler montieren. Dieser filtert die Abdampfrückstände aus dem Gasstrom, bevor sie sich ablagern können. So schützt du den Regler und somit alle Gasgeräte in deinem Wohnmobil oder Caravan. Mit einem Kaufpreis von gerade mal um die 50 Euro sorgst du so für eine einwandfreie Funktion und lange Lebensdauer deiner Anlage und der Gasgeräte.

Weitere Informationen hierzu findest du in unserem Video zum Thema „Gaszubehör“ (ab Minute 01:55):

Wie funktioniert ein Gasfilter?

Der Gasfilter besteht aus einem Metall- oder Kunststoffgehäuse und dem Anschluss für die Zuleitung zur Flasche auf der einen und dem Anschluss für den Druckregler auf der anderen Seite. In dem Gehäuse sorgt eine Filterpatrone oder ein Pad dafür, dass Rückstände zuverlässig zurückgehalten werden.

Kann ich den Filter selber montieren?

Wie du weißt, ist bei Arbeiten am Gas immer Vorsicht geboten. Wenn du jedoch die Gaszufuhr stoppst und das Ventil der Flasche zudrehst, kann nichts passieren. Falls sich Reste in der Leitung befinden, kannst du diese durch Zünden einer Kochstelle verbrennen. Nun lässt sich der Gasfilter problemlos selbst nachrüsten.

Solltest du jedoch Bedenken haben, beauftrage einfach einen Fachmann oder eine Fachfrau mit der Montage. Das ist im Nu erledigt und sollte keine größeren Kosten verursachen.

Wie kann ich den Gasfilter selbst einbauen?

Der Filter wird zwischen der Gasflasche und dem Gasregler angebracht. Dafür gehst du wie folgt vor:

  1. Filter zusammenbauen
  2. Schlauch von der Gasflasche lösen
  3. Schlauchleitung an den Gehäuseeingang des Filters anschließen (mit max. 5 Nm)
  4. Überwurfmutter per Hand anziehen und mit dem Schlüssel („Reglerlöser“) fixieren
  5. Filterausgang direkt an den Gasdruckregler anschließen und Mutter ebenfalls mit dem Reglerlöser festziehen (max. 5 Nm)
  6. Schlauchleitung wie gewohnt mit der Gasflasche verbinden
  7. Dichtigkeit an allen Anschlüssen prüfen, z.B. mit Spüli oder einem Lecksuchspray

Und schon sind deine Gasanlage und deine Geräte gegen verunreinigtes Gas geschützt.

Achtung: Wenn du Umschaltanlage wie z.B. die Duo-Control von Truma oder die Caramatic DriveTwo von GOK dein Eigen nennst, benötigst du zwei Filter. Die Installation erfolgt dann wie beschrieben an beiden Flaschen. Diese Systeme gibt es zum Nachrüsten auch im Set, in dem bereits ein Doppelpack Gasfilter mitgeliefert wird.

Was kostet ein Gasfilter?

Die Kosten für einen Gasfilter belaufen sich je nach Marke und Ausführung im Schnitt auf rund 50 Euro, Ersatzfilterpatronen sind für um die 20 Euro zu haben, ein 10er Set Filterpads für ca. 15 Euro.

Wie sieht die Wartung aus bzw. wie oft muss ich den Gasfilter wechseln?

Die Wartungsarbeiten beschränken sich auf eine Sichtprüfung, die du zweimal im Jahr durchführen solltest. Schließe hierfür wieder das Ventil der Gasflasche und öffne das Filtergehäuse (Filtertasse). Zeigt der Sättigungsfilter bzw. das Filterpad Verschmutzungen, wird es Zeit, die Filterkartusche oder das Pad zu wechseln.

Zum Turnus gibt es unterschiedliche Aussagen:

Die Hersteller empfehlen obligatorisch alle zwei Jahre einen Filterwechsel, je nach Nutzung und Gasqualität kann dies aber auch häufiger nötig sein. Im Campingfachhandel ist häufig von einem saisonalen Austausch die Rede, viele Camper setzen dagegen nach jedem zweiten bis dritten Flaschenwechsel neue Filter ein. Truma rät zu einem Wechsel der Filterpads nach jedem Gasflaschentausch, der Ölabscheider muss nur laut Hersteller ausgetauscht werden, wenn er beschädigt ist.

Praxis-Tipp: So läuft der Wechsel beim Modell von Truma ab:

Zunächst muss das Filtergehäuse geöffnet werden.

Dafür die Filtertasse vorsichtig abziehen. Das kannst du von Hand erledigen, Werkzeug ist hierfür nicht nötig.

Die „Filterkartusche“ (Ölabscheider) muss bei diesem Modell nicht ausgetauscht werden, solange sie keine Beschädigungen aufweist.

In der Regel reicht es hier, das alte Filterpad aus der Filtertasse zu entnehmen und ein neues einzusetzen:

 

Bei Modellen anderer Hersteller muss das Gehäuse unter Umständen abgeschraubt und die Filterkartusche ersetzt werden. Informationen hierzu findest du in den jeweiligen Bedienungsanleitungen.

Fazit: Ist ein Gasfilter nötig?

Wer glaubt, ein Gasfilter sei unnötiger Luxus, kann eines Besseren belehrt werden. In den vergangenen Jahren haben sich Beschwerden gehäuft, in denen es um Probleme mit der Gasqualität ging. So heißt es auch aus der Gaswirtschaft selbst, dass die Qualität teilweise starken Produktionsschwankungen unterliegt.

Falls du bisher keinen Filter besitzt, bemerkst du Probleme häufig erst, wenn es zu spät ist: Der Druckminderer stellt dann einfach seine Arbeit ein und es kann kein Gas mehr ins Fahrzeug strömen. Bei günstigen Gasdruckreglern ist das häufig noch zu verschmerzen, sofern sich die Partikel nicht schon im ganzen System abgesetzt haben. Solltest du aber teurere Geräte wie z.B. eine Truma Mono oder Duo-Control bzw. eine GOK Caramatic DriveOne oder DriveTwo verbaut haben, die jeweils 100 bis 200 Euro kosten, ist ein solcher Ausfall besonders ärgerlich.

Vor allem, wenn du im Ausland seine Gasflaschen tauschst, sollte der Gasfilter aus Sicherheitsgründen zum Standard gehören.

Fotos: © autarker.de

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